Wenn Ratlosigkeit zu Kreativität wird – Ein Deep Dive mit Kathrin Esser-Fochtmann - EP15

Shownotes

In dieser Folge von Tieftauchen begrüßt Markus seine Ausbilderin, Gestalttherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie Kathrin Esser-Fochtmann.

Kathrin teilt ihren beeindruckenden Weg von der internationalen Zusammenarbeit im globalen Osten hin zur Begleitung des „menschlichen Innen“. Sie spricht darüber, wie aus Ratlosigkeit Kreativität entstehen kann und warum Selbsterfahrung zwar eine Reise ins Unbekannte ist, aber genau dort das größte Potenzial für Wachstum liegt.

Themen dieser Folge:

  • Aufzählungs-TextGestalttherapie & Struktur: Wie Struktur im therapeutischen Prozess nicht einengt, sondern Sicherheit für echte Entfaltung bietet.

  • Aufzählungs-TextNARM & Bindung: Warum das neuro-affektive Beziehungsmodell die Arbeit mit frühen Prägungen so wertvoll bereichert.

  • Aufzählungs-TextKollektive Themen: Wie wir in einer instabilen Welt unsere Kraft behalten und warum wir kollektive Traumata auch kollektiv betrachten müssen.

  • Aufzählungs-TextEchter Kontakt: Was es bedeutet, sich wirklich auf sich selbst und andere einzulassen – auch wenn es mal reibt.

Kathrin gibt zudem ganz persönliche Einblicke in ihre Psychohygiene , erklärt ihre Metapher der „Gärtnerin“ und verrät, warum ihre Ausbildungsgruppe einem Drachen mit schillernden Schuppen gleicht.

Ein Gespräch voller Klarheit, Tiefe und Humor für alle, die Menschen begleiten oder sich selbst besser verstehen wollen.

➡️ Hier geht es auf kurzem Weg zu Kathrin Esser-Foctmann

Transkript anzeigen

00:00:01: Willkommen bei Tiefdauchen Lebensgestaltung auf den Grund gehen,

00:00:06: der Podcast, der Profis aus psychosozialer Arbeit, Therapie,

00:00:11: Medizin und weiteren helfenden Berufen verbindet.

00:00:14: Hier teilen wir wertvolle Einsichten, Erfahrungen und Methoden,

00:00:19: denn gemeinsam schaffen wir mehr als allein.

00:00:27: Katrin Esser-Fochtmann, meine Ausbildungsleiterin

00:00:31: aus der Gestalter-Intensivausbildung bei Irgendwie Anders.

00:00:34: Und ganz ehrlich, wenn man jemanden sucht, der Gestalttherapie mit Klarheit,

00:00:38: Tiefe und Humor vermittelt, dann ist sie die richtige Adresse.

00:00:43: Mit ihr wird selbst das Schwere lebendig, da darf man gleichzeitig weinen,

00:00:47: lachen und merken, beides gehört dazu.

00:00:51: Sie ist Gestalttherapeutin, Ausbilderin für humanistische Therapie,

00:00:55: Heilpraktikerin für Psychotherapie, Coach, Moderatorin und Facilatorin für Team-

00:01:01: und Strategieprozesse und war vor zehn Jahren in der internationalen Zusammenarbeit unterwegs.

00:01:06: Ja, also eine Frau, die wirklich weiß, wie man vom globalen Außen ins menschliche Innen kommt.

00:01:11: Oder wie sie selbst mal gesagt hat, wenn wir uns ganz auf das einlassen,

00:01:16: was ist, dann kann Selbstratlosigkeit zur Kreativität werden.

00:01:20: Ja, ich freue mich riesig, dass du da bist, liebe Katrin. Willkommen in meinem

00:01:24: Podcast Tieftauchen Lebensgestaltung auf den Grund gehen.

00:01:28: Gerne kannst du irgendwas ergänzen, wenn ich irgendwas Wichtiges vergessen habe.

00:01:32: Herzlichen Dank für die Einladung. Schön und so viele nette Worte gleich am Anfang.

00:01:37: Ich glaube, das war erstmal genug Information zu mir. Schön, hier zu sein.

00:01:43: Ja, ich habe es ja kurz erwähnt. Du leitest eine Gestalttherapie-Ausbildungsgruppe,

00:01:48: wo ich auch ein Teil davon sein darf.

00:01:51: Und viele, die sich für diese Ausbildung anmelden, haben anfangs so ein bisschen

00:01:54: Respekt vor dem Ganzen, eben vor der Tiefe dieser Arbeit.

00:01:59: Was erzählst oder was sagst du jemandem, der überlegt, so eine Ausbildung zu

00:02:03: machen, aber irgendwie denkt, oh je, vielleicht ist das zu intensiv für mich,

00:02:07: eben auch von der Selbsterfahrung.

00:02:10: Hm, gute Frage. Dass Selbsterfahrung so intensiv sein kann, höre ich ganz selten,

00:02:19: weil viele von uns auch ja so ein bisschen Selbsterfahrungsjunkies sind.

00:02:23: Aber natürlich gibt es so einen Respekt vor dem, wir machen uns ja auf eine

00:02:28: Reise ins Unbekannte letztlich.

00:02:32: Es geht zwar um uns selbst, die wir da besser kennenlernen und erforschen,

00:02:36: aber eben ja doch auch zu den blinden Flecken, auch zu all dem,

00:02:40: was sonst so semibewusst oder unbewusst abläuft.

00:02:43: Und daran steckt natürlich total viel Potenzial. Aber klar, bisher sind wir auch gut klargekommen.

00:02:49: Und wenn der Wille da jetzt etwas Neues entdecken, kann das auch aufregend werden.

00:02:56: Genau. Und ich weiß gar nicht, was ich so für einen Tipp geben kann.

00:03:00: Aber ich glaube, ich würde dazu ermuntern, diese Aufregung einzuladen auch,

00:03:05: denn die ist ja Teil der Freude vielleicht auch und zeigt einfach an,

00:03:09: dass es da was zu entdecken geben kann.

00:03:12: Ja, kann ich gut annehmen, auch so dieses Ausbildungs-Junkie, da hast du recht.

00:03:17: Es ist wirklich auch so, dass da viele Menschen dabei sind, die Erfahrung auch

00:03:22: schon damit haben und da einfach mehr davon haben möchten, sich besser kennenzulernen.

00:03:27: Und das ist, glaube ich, eher so in meinem Umfeld, wenn ich frage,

00:03:29: ich mache das und das und dann macht man solche Übungen.

00:03:32: Das wäre nichts für mich und so. Das ist, glaube ich, eher aus dem Kontext.

00:03:37: Darum hörst du das wahrscheinlich auch nicht so oft.

00:03:40: Und ich finde auch, wenn man Übungen von außen beschrieben bekommt,

00:03:43: hören die sich ja oder wirken die vielleicht auch nochmal ganz anders,

00:03:47: als wenn man selbst drinsteckt.

00:03:49: Du kannst mir vorstellen. Also hätte ich vor der Heldenreise gewusst,

00:03:54: was man in der Heldenreise so macht, hätte ich wahrscheinlich gesagt,

00:03:57: Ich habe auch nichts für mich.

00:03:58: Und als ich dann drin war, habe ich alles als ganz wertvoll und nährend und

00:04:02: gegen vielen großen Aha-Erlebnissen erlebt.

00:04:07: Früher hast du ja so großen internationalen Kontext auch gearbeitet und Nachhaltigkeit,

00:04:12: Fair-to-Aid, Teams, Organisationen, da hast du ja ganz, ganz viel gemacht.

00:04:16: Und jetzt begleitest du Menschen auf ihrer inneren Reise.

00:04:20: Wie ist der Wechsel zustande gekommen? Gab es da so einen Moment vielleicht,

00:04:24: jetzt reicht es mit dem, was ich da mache?

00:04:26: Oder wie war das so für dich, deinen Schluss getroffen zu sagen,

00:04:29: jetzt mache ich mal was anderes?

00:04:31: Ja, das kam sukzessive. Ich habe erst tatsächlich als Hobby angefangen,

00:04:36: mich mit Psychologie stärker auseinanderzusetzen und für mich selbst die Heldenreise

00:04:40: gemacht und so weiter und dann so Stück für Stück aufgebaut.

00:04:44: Bin Heldenreisenleiterin geworden, habe irgendwann die Arbeitszeit an der Anstellung

00:04:48: reduziert und habe dann eine ganze Weile 50-50 gearbeitet als Therapeutin einerseits

00:04:53: und Ausbilderin und andererseits eben noch in der Entwicklungszusammenarbeit.

00:04:59: Als mein Kind dann kam, habe ich mich entschieden für eine der beiden Sachen

00:05:03: und ich muss sagen, ich kann der alten Arbeit immer noch total viel abgewinnen.

00:05:10: Und letztendlich hatte ich so für mich den Eindruck, ich möchte gerade mehr,

00:05:16: ich kann unmittelbarer etwas bewirken.

00:05:19: Wenn wir Menschen unterstützen können, mehr sie selbst zu sein,

00:05:24: aufrechter durchs Leben zu gehen, vielleicht ein bisschen freier,

00:05:27: mehr mit Gefühl verbunden und trotzdem klar mit Grenzen und so weiter.

00:05:32: Und diese gesunde Art für uns weiterentwickeln, dann kann sich ganz vieles zum Guten entwickeln.

00:05:39: Und Entwicklungszusammenarbeit ist ein anderer Ansatz, ein ganz anderer Ansatz,

00:05:42: um auch vielleicht Gutes zu bewirken.

00:05:45: Unmittelbarer spürbar wird es, finde ich, im 1 zu 1 mit anderen Menschen direkt.

00:05:50: Obwohl ich das Konzeptionelle auch sehr liebe und manchmal vermisse.

00:05:54: Also es ist immer noch beides spannend.

00:05:58: Kenne ich auch von mir, wo ich sage, jetzt mache ich Einzelarbeit und dann endlich

00:06:04: wieder mal auf Helden reisen und leiten.

00:06:06: Und dann bin ich aber froh, wieder in der Praxis zu sein und einzeln weiterzuarbeiten.

00:06:10: Da gibt es viele, was beides eigentlich spannend ist.

00:06:16: Und viele erleben Gestalt oder Gestalttherapie als lebendig und frei,

00:06:21: Struktur dagegen als festgelegt und eng.

00:06:25: Vielleicht ist es nochmal ganz gut für Gestalttherapie, auch ein paar Worte

00:06:29: nochmal kurz zu erklären, ich rede da von Gestalt und Gestalttherapie,

00:06:32: wir zwei wissen da eher was Bescheid, aber wie würdest du das sehen,

00:06:37: wie schaffst du es, dass Struktur nicht einengt, sondern den Prozess sogar trägt?

00:06:42: Und es ist immer so, weil das auch oft in der Ausbildung, wenn ich da mit Kolleginnen

00:06:46: dann quatsche, dann irgendwie, ja, Gestalt ist so lebendig und frei.

00:06:50: Irgendwie fehlt da manchmal die Struktur oder hängt das mit dem gar nicht zusammen?

00:06:55: Und darum ist mir die Frage da eingefallen.

00:06:59: Also ich bin ein großer Fan von Struktur. Und gleichzeitig geht es ja in der

00:07:03: Gestalttherapie eben nicht um zielorientiertes Arbeiten, dass man vorher schon weiß, da will ich hin.

00:07:08: Wir definieren die Schritte und gehen die dann. sondern es gibt wie eine innere Intentionen,

00:07:15: Und von dort aus lassen wir uns auf den Prozess ein und immer genau auf das,

00:07:19: was erscheint, was erlebbar ist, lassen wir uns ein und gehen von dort aus weiter.

00:07:23: In der Annahme, dass wir dadurch so Zugang kriegen zu so einer bestimmten inneren

00:07:28: Intelligenz, die uns allen inne wohnt, die nämlich von selbst die Dinge heil

00:07:34: machen will, gut machen will, rund machen will, wachsen will.

00:07:38: Und natürlich ist es schon immer wieder die Kunst, auch dem genug Raum zu geben

00:07:43: und auch innerlich bereit zu sein, das zuzulassen, das einzuladen,

00:07:47: das vielleicht sogar noch zu fördern.

00:07:49: Und zugleich ist ja eine Struktur relevant, schon als Therapeutin und auch Klientin

00:07:55: diese Intention klar zu haben, was ist eigentlich das Thema.

00:08:00: Naja, wo zeigt sich denn in unserem Sprech so die Figur vor dem Hintergrund?

00:08:05: Also wo wir eigentlich deutlich, hey, darum geht es wirklich,

00:08:08: da kommen wir an ein Bedürfnis.

00:08:10: Da ist ein Entwicklungspotenzial.

00:08:13: Und schon allein so eine Ausrichtung auf das gibt ja eine Struktur vor.

00:08:18: Und dann als Therapeut hast du natürlich den Vorteil, dass du gewisses Wissen

00:08:23: im Hintergrund hast und sozusagen Arbeitshypothesen verfolgst,

00:08:27: auch so den Prozess in die Tiefe begleiten kannst und dann auch wieder ein bisschen

00:08:32: abrunden kannst, bevor die Stunde zu Ende ist und sowas.

00:08:36: Und diese Struktur an sich gibt dir auch Halt und Vertrauen und Sicherheit.

00:08:40: Und diese Sicherheit ist wichtig dafür, dass der Prozess sich dann auch wieder frei entfalten kann.

00:08:47: Nur da, wo Sicherheit da ist, entsteht auch Neues.

00:08:53: Jetzt haben wir kurz über deinen Lebenslauf gesprochen und deinen Lebenslauf in drei Worten.

00:08:59: Ist das eher so Strategie auch gewesen oder Zufall oder vielleicht Mut zur Kurve?

00:09:06: Wie war das so für dich jetzt, so im Nachhinein?

00:09:10: Hm, Mut zur Kurve habe ich noch nie gehört.

00:09:16: Ich habe noch den Begriff Mut zur Lücke im Kopf, aber tatsächlich,

00:09:21: ja, so viel Lücken hatte ich nicht.

00:09:23: Strategie, nein, ich hätte nie gedacht, dass ich hier lande, wo ich jetzt bin.

00:09:28: Vielleicht so ein bisschen eher, ich gehe vorsichtig mit dem Begriff an,

00:09:32: aber dann vielleicht doch eher sowas wie Schicksal oder Bestimmung oder...

00:09:37: Sowas in der Art, weil ich tatsächlich eigentlich als Abituriente den Plan hatte,

00:09:42: Psychologie zu studieren.

00:09:44: Das ist dann aus anderen Gründen erstmal ad acta gelegt worden und später dachte

00:09:49: ich, nee, jetzt gehe ich mal lieber straight den Weg, den ich angefangen habe

00:09:51: und bin ja auf eine andere Art zurückgekommen zum Thema.

00:09:55: Vielleicht eher das, vielleicht doch ein Zurückkommen auf das,

00:09:58: was mich im Grunde interessiert. Und das ist schon, wie wir Menschen eigentlich

00:10:02: funktionieren und wie es gut sein kann für uns, also für jeden Einzelnen,

00:10:06: aber auch gemeinsam in der Welt.

00:10:10: Katrin, du hast ja auch viele Weiterbildungen gemacht. Also ich habe da,

00:10:14: du hast erzählt, auch vom Artenprozess bis Aufstellungen.

00:10:19: Welche davon war für dich so die größte Überraschung, weil sie dich ganz anders

00:10:22: berührt hat, als du vielleicht erwartet hast? oder vielleicht weißt du es selber

00:10:26: bei dir, wie du das angewendet hast oder gelernt hast, du denkst,

00:10:28: wow, echt spannend, hätte ich nicht geglaubt, dass mit dem so viel möglich ist.

00:10:34: Da kann ich jetzt gleich zu mehreren sagen, was mich alles begeistert hat.

00:10:39: Ich muss zum Beispiel sagen, momentan interessiert mich so wie viele Menschen

00:10:42: auch eben die Frage, wie verändert sich die Welt, wie verändert sich unser gemeinsames

00:10:47: Hiersein und wie gehen wir mit so einer instabileren Welt um Und auch,

00:10:54: wie verlieren wir nicht unsere Kraft, auch wenn Dinge vielleicht erstmal aussichtslos

00:10:59: oder bedrohlich erscheinen.

00:11:01: Und bin darüber so zum Thema Thomas Hübel oder überhaupt Kollektivtraumata und

00:11:08: so weiter gekommen und muss sagen, diese Ansätze helfen mir,

00:11:12: umzugehen mit so Unwägbarkeiten und mit der Frage, was mache ich?

00:11:16: Blende ich die Dinge aus? Gebe ich auf? Habe ich Angst? Oder?

00:11:21: Und da tatsächlich nochmal so neue Felder zu entdecken.

00:11:24: Das ist aber eher so eine persönliche Sache. Und beruflich würde ich sagen,

00:11:29: in letzter Zeit hat mich vor allem die Narbenausbildung geprägt.

00:11:34: Neuroaffektives Erziehungsmodell, Relationship Model. Da geht es um Bindungs-

00:11:37: und Entwicklungstraumata.

00:11:39: Auch recht beliebt derzeit. Und das passt sehr gut zur Gestalttherapie.

00:11:44: Die Haltung ist die gleiche. Humanistische Haltung mit Fremd.

00:11:49: Fokus auf das, was wir kollektive, Entschuldigung, kultivierte Unsicherheit

00:11:55: nennen, dass wir dem Prozess vertrauen, dass wir ganzheitlich,

00:11:59: also auch somatisch arbeiten, körperlich und so weiter.

00:12:03: Und dieses Erforschen und genau Dinge rund machen, gestalten, schließen,

00:12:09: aber mit einem ganz spezifischen Blick eben darauf, wie frühe Prägungen bestimmte

00:12:14: Dynamiken erzeugen und wie die jetzt noch wirken und wie wir da wieder Raum reinkriegen können,

00:12:21: sodass neue Reaktionen und innere Verhaltensweisen, Kapazitäten entstehen.

00:12:27: Und das bereichert meine Arbeit wirklich so, das geht einfach sehr gut zusammen in der Praxis.

00:12:33: Und da bin ich immer wieder froh, auch dass ich die Gestalt habe und eben aber

00:12:38: auch, dass ich auf Namen zurückgreifen kann.

00:12:42: Ja, klingt ganz spannend. Da müsstest du dich mit meiner Frau mal austauschen,

00:12:46: weil die macht jetzt, glaube ich, auch so einen Online-Kurs,

00:12:48: bitte die an, für bindungssensibel beraten.

00:12:50: Der findet, glaube ich, im April dann statt, dann sind so vier Module online.

00:12:55: Und da weiß ich gar nicht, ob das vielleicht auch vorkommt.

00:12:58: Aber da muss ich gleich mal erzählen, oder sie soll sich im Podcast anhören

00:13:02: und dann kann ich mit dir in Verbindung treten und meinen auch fragen,

00:13:06: was das genau ist. Genau, die Nummer hast du ja.

00:13:09: Ja, genau. Und was ich auch spannend finde, ist dieses kollektives Trauma.

00:13:15: Das unterstützt dich persönlich.

00:13:17: Und ich habe die Sache, glaube ich, in den letzten Wochen öfters untergekommen.

00:13:21: Und ich glaube auch von meiner Frau, weil sie in der Arbeit gerade schreibt.

00:13:26: Und da geht es auch um diese kollektiven Themen, gesellschaftlich und so weiter.

00:13:33: Und das klingt auf jeden Fall echt spannend und kann, glaube ich,

00:13:36: auch viele dabei unterstützen.

00:13:39: Ja, was ist schwer dann eben mit dem, was in der Welt gerade los ist?

00:13:43: Jetzt würde ich gerade sagen, den Glauben zu verlieren, aber da irgendwie,

00:13:45: boah, da wird ja nichts Besseres und alles Schlimmer. Das klingt auf jeden Fall spannend.

00:13:50: Es braucht für Klienten jetzt, das mit einzubauen. Du sagst, dir hilft das selber.

00:13:56: Wie würdest du das jetzt bei so Klienten verwenden können?

00:14:03: Also ich bin da gar kein Experte und deswegen würde ich ganz normal gestalt-

00:14:08: und namenschapäutisch arbeiten mit dem Klienten.

00:14:11: Mir persönlich hilft auch sehr, einmal das Nicht-Alleinsein,

00:14:17: sondern das sind kollektive Themen, die wir auch am besten kollektiv anschauen,

00:14:23: wo wir kollektiv einfach ein Feld haben, andere Menschen, eine Gemeinschaft,

00:14:29: die gemeinsam diese Intention haben,

00:14:32: sich zu beziehen, statt wegzugucken, dabei durchlässig zu bleiben und zu gucken,

00:14:38: was das macht und den Halt miteinander zu spüren.

00:14:40: Und das ist für mich schon nochmal ein ganz neuer, anderer Zugang als diese

00:14:46: doch sehr aufs Individuum bezogene Herangehensweise von Psychotherapie, so wie ich es kenne.

00:14:53: Das zum Beispiel. Und dann hat es bei den Dingen, die ich da mache,

00:14:58: auch so einen Charakter von Mystik, also von dieser Erfahrung,

00:15:03: dass wir nicht getrennt sind voneinander, sondern dass alles,

00:15:06: was in der Welt geschieht, irgendwie auch in uns geschieht.

00:15:09: Und wie ein Spiegel der Welt sind und so.

00:15:12: Und allein das bewirkt, ja klar, viel mehr Verbundenheit, aber auch,

00:15:18: dass so ein Stück weit die Angst genommen wird oder dieser Eindruck,

00:15:23: man müsste sich gegen was wehren.

00:15:25: Und dafür viel doch nochmal Lebendigkeit zulässt. Ich glaube nicht,

00:15:30: dass man gerade viel nachvollziehen kann von dem, was ich sage.

00:15:32: Ich finde es schwer zu erklären.

00:15:34: Genau, aber schon allein zu wissen, wir sind da nicht allein und es lohnt sich.

00:15:39: Und es ist auch aushaltbar und gut ertragbar, sich doch immer wieder zu beziehen

00:15:42: und sich doch immer wieder dem zu öffnen, was da geschieht im Außen und um uns herum und in uns drin.

00:15:53: Ja, genau. Wir sind nicht allein. ist auch die Idee von meinem Podcast Tief

00:15:57: tauchen, Lebensgestaltung auf den Grund gehen.

00:16:00: Den Podcast geht es auch viel darum, eben miteinander und nicht gegeneinander.

00:16:05: Und das ist mir aufgefallen in den letzten Jahren, dass einfach viele sagen,

00:16:10: du als Psychotherapeut darfst das nicht und du als psychosoziale Beratung das nicht, als Coach.

00:16:16: Und dass eher so gegeneinander gearbeitet wird und eigentlich gemerkt habe,

00:16:21: dass da viel entstehen kann, wenn man miteinander und nicht die Angst hat,

00:16:26: irgendjemand nimmt irgendjemandem was weg.

00:16:28: Was bedeutet für dich so echte Vernetzung?

00:16:32: Wie merkst du, wenn es wirklich Verbindung ist und nicht nur so,

00:16:35: wie soll ich sagen, so LinkedIn, Smalltalk, so irgendwie in die Richtung?

00:16:42: Ja, ich glaube, wenn das da ist, wenn so eine Verbindung da ist und ein Teamgefühl,

00:16:48: dann ist es wie so ein bisschen sich nochmal in so einem größeren Sessel zurücklehnen

00:16:52: können und mit mehr Vertrauen und Kraft losarbeiten zu können.

00:16:57: Und das heißt für mich auch,

00:16:59: dass es Konfliktfähigkeit gibt. Also Vernetzung heißt eben auch,

00:17:04: dass es Reibungen gibt und Dinge, mit denen man nicht einverstanden ist oder

00:17:08: dass Aufwand betrieben werden muss, um Sachen zu klären und so.

00:17:13: Und da bin ich immer wieder auch ganz dankbar, wenn ich so einen Schritt zurücktrete

00:17:17: und merke, ja, und das machen wir.

00:17:19: Und das passt, da gehen wir und das kann unser Netzwerk auch halten, unser Gemeinsamsein.

00:17:26: Das ist schön, das ist fürs Menschliche schön und für die Arbeit natürlich eh,

00:17:30: weil man, klar, es sind Plattitüde, aber gemeinsam mehr schafft als allein.

00:17:36: Ich glaube, du hast die Frage eh schon beantwortet, weil in der Gestaltarbeit

00:17:40: geht es ja oft darum, oder eigentlich geht es darum, wirklich in Kontakt zu kommen, also Kontakt.

00:17:45: Da geht es ja auch um Kontaktstörungen, Kontaktunterbrechungen.

00:17:48: Und was bedeutet es für dich in Zusammenarbeit eben eben mit Kollegen und Kolleginnen oder in Teams?

00:17:54: Warum merkst du, dass da so echter Kontakt entstanden ist?

00:17:57: Ich habe jetzt rausgehört bei dir, wenn ich mich so zurücklehnen kann,

00:18:01: also in den Stuhl da rein und irgendwie, ich bin jetzt in Kontakt mit den anderen

00:18:06: und fühle mich da jetzt eigentlich gut vernetzt oder was wäre für dich so,

00:18:10: ja, wann merkst du, ach, da ist ja echter Kontakt entstanden,

00:18:14: da ist ja ein echter Kontakt, klar.

00:18:15: Ja, also Kontakt, dieser Kontaktbegriff, wie wir ihn verwenden,

00:18:20: bezieht sich ja einmal auf den Kontakt zu sich selbst, also wirklich Innenschau

00:18:25: zu halten, das innere Erleben wirklich mitzukriegen.

00:18:28: Wo wird es denn für mich hin und wo wird es spannend und wo merke ich,

00:18:32: oh, da erde ich mich, da kommt eine Lust, eine Angst und sowas.

00:18:37: Das ist wirklich mitzukriegen und dem auch Raum und Zeit zu geben,

00:18:40: das wahrzunehmen und zweitens Kontakt mit anderen Menschen.

00:18:45: Und die eben auch auf so eine Art wahrzunehmen, dass es wirklich bei einem ankommen

00:18:49: kann. Da ist jemand und von dem kriege ich das und das mit und das landet bei mir.

00:18:55: Und ich finde, das muss auch gar nicht unbedingt heißen, dass man dann...

00:19:01: Zusammenhalt hat oder so, wie jetzt in einem Team ist es ja nun mal auch Ziel,

00:19:06: zusammenzuarbeiten und zusammenzuhalten.

00:19:09: Kontakt heißt ja auch erstmal einfach nur ganz ehrlich hinzugucken,

00:19:13: was da zwischen dir und mir ist.

00:19:17: Und das kann auch Grenzen bedeuten und das kann auch Projektionen bedeuten,

00:19:21: die zu Distanz führen und so weiter.

00:19:24: Aber klar, du hast recht, unterm Strich ist es natürlich meistens doch so,

00:19:28: Also allein dadurch, dass wir uns so menschlich begegnen, gibt es wieder eine

00:19:32: Verbindung, weil ein Mitgefühl entsteht, weil wir merken, wir sind halt doch

00:19:36: als Menschen irgendwo alle ähnlich.

00:19:38: Und das dann gut da sein lassen zu können, also irgendwie eine Entspannung,

00:19:43: glaube ich, eine Entspannung zwischen Menschen.

00:19:46: Ich habe es jetzt auch gemerkt, wie ich die Frage gestellt habe,

00:19:49: wie merkt man, wenn echter Kontakt stattfindet, das ist dann so,

00:19:53: ich erwarte jetzt etwas Positives, aber im Endeffekt ist es ja auch,

00:19:56: wenn du sagst, in einem Team und findet Reibung statt, ob es Grenzen und so weiter.

00:20:01: Das ist ja auch Kontakt und darum gut erklärt jetzt den Begriff.

00:20:05: Für mich war das so, wann bist du gut im Kontakt? Das klingt irgendwie so positiv

00:20:10: jetzt. Das muss jetzt irgendwie ein schöner Kontakt sein.

00:20:14: Und schön ist ja, wenn man dann die Möglichkeit hat, trotzdem zu bleiben,

00:20:19: wenn es reibt und nervt und man dann trotzdem entspannt da bleiben kann,

00:20:23: weil es verändert sich ja, die Geschichte geht ja weiter. Mhm.

00:20:27: In der Regel. Das ist ein schönes Feld, weil das vielleicht erstmal aus dem

00:20:32: Impuls heraus gar nicht, wie uns das so geben würde und dann vielleicht dann

00:20:35: sagen wir, ach, gehe ich halt, lasse ich in Ruhe.

00:20:41: So im beratenden Sektor oder bei mir geht es aus dem psychosozialen Bereich,

00:20:46: arbeiten viele, wenn man natürlich eigene Praxis hat, still für sich und manchen

00:20:52: fällt es auch gar nicht so leicht, gemeinsam eben zu arbeiten,

00:20:54: sich zu vernetzen, vielleicht Kooperationen zu machen.

00:20:58: Genau, obwohl wir da jetzt auch von Kontakt reden. Darum denkst du,

00:21:01: fällt es manchen da eher schwer, ja, zum Beispiel auch Kooperationen einzugehen

00:21:06: und nicht sagen, hey, ich mache das alles für mich.

00:21:09: Und ja, was da so eine Idee war, dass es so sein könnte, dass manche sich da schwer tun.

00:21:20: Das ist ein weites Feld. Ja, das stimmt. Das habe ich jetzt auch bei der Fragestellung

00:21:24: gemerkt, das ist vielleicht ein weites Feld.

00:21:28: Ja. Ja, du, möglich, dass wir, die wir so einen eher einsamen Beruf gewählt haben,

00:21:35: Therapeutin sein, das unter anderem auch gemacht haben, weil wir dann so ein

00:21:39: bisschen unser eigenes Ding machen können, möglich, dass es uns leichter fällt,

00:21:44: warum auch immer das dann jeweils der Fall sein mag.

00:21:46: Da kann man jetzt irgendwie tief in die Biografie oder in eine psychische Struktur gehen.

00:21:52: Ja, ich weiß es nicht. Ich finde es, Vielen Dank.

00:21:55: Persönlich sehr schön und wichtig, auch gerade in diesem ein bisschen einsamen

00:21:59: Beruf, Austausch zu haben in Interventionsgruppen oder eben,

00:22:03: wenn wir irgendwelche Seminare leiten mit dem Team,

00:22:06: da merke ich jedes Mal, wie gut tut das, einfach nochmal jemanden zu haben,

00:22:11: der seinen Blick auf die Dinge mitgibt und genau so ein Korrektiv darstellt.

00:22:18: Ja, das habe ich für mich auch gemerkt.

00:22:21: Also ich arbeite seit 20 Jahren schon selbstständig, also vorher eben für den Laborfachhandel,

00:22:28: was ich jetzt auch noch mache und dann in der Praxis und immer zu Hause alleine

00:22:32: mehr oder weniger und ich bin immer gut klarkommen und bei meiner Frau war es

00:22:36: immer so, ich brauche Kollegen, Kolleginnen,

00:22:37: das ist allein und so und das höre ich auch immer wieder von anderen und habe

00:22:42: für mich gedacht, ich brauche das auch nicht.

00:22:43: Aber nachdem ich dann eben die Heldenreiseleiter-Ausbildung gemacht habe und

00:22:48: da immer wieder in diesen Gruppensektor reinkommen bin, denke ich mir,

00:22:52: boah, eigentlich fehlt mir das ja wirklich, wenn ich dann wieder weg bin.

00:22:58: Und ja, ich bin immer wieder, so wie du jetzt auch gesagt hast,

00:23:00: es ist immer schön, dann auch Kollegen, Kolleginnen zu treffen,

00:23:03: sich auszutauschen, die andere Sicht zu sehen.

00:23:06: Und ich kriege das auch im Alltag mit, dass da viele Kollegen,

00:23:09: Kolleginnen eigentlich auch immer, boah, irgendwie bräuchte ich da mehr Austausch.

00:23:13: Und darum ist auch den Verein, den wir gegründet haben, Memento,

00:23:17: dazu da auch sich zu vernetzen, so Netzwerkveranstaltungen zu machen,

00:23:21: weil man da schon merkt, die vielleicht frisch aus der Ausbildung kommen,

00:23:26: wie habt ihr das gemacht mit Marketing, wie funktioniert das in der Praxis und

00:23:29: so, dass das wirklich schön ist und da merkt man einfach, wie das wichtig ist, auch da was anzubieten.

00:23:38: Darum kann ich das zu verstehen.

00:23:44: Und für den Podcast, ich habe es da glaube ich auch kurz geschrieben,

00:23:49: geht es auch darum, Kollegen und Kolleginnen etwas mitzugeben,

00:23:53: die vielleicht mit Menschen arbeiten, ob das jetzt im pädagogischen Sektor ist,

00:23:58: im psychosozialen Bereich, Therapiebereich,

00:24:01: irgendeinen praktischen Tipp oder Intervention,

00:24:04: die sie im beruflichen Alltag verwenden können, um den Horizont zu erweitern,

00:24:09: um Neues auszuprobieren.

00:24:10: Oder auch für sich selber anzuwenden, vielleicht etwas für Psychohygiene oder

00:24:15: welche Methode hast du mitgebracht oder was für eine Idee hast du da,

00:24:20: was du uns gerne erzählen möchtest.

00:24:24: Okay, das musst du ja eh rausschneiden, deswegen kannst du natürlich überlegen.

00:24:30: Ich habe ja nämlich nichts, das geht nämlich auch ganz leicht,

00:24:33: dass man das rausschneidet, wenn es nicht immer 20 Teile sind,

00:24:37: die sich irgendwie dann wegleiten muss.

00:24:41: Also irgend so ein Tool. Was hatte ich in deinem letzten Mal?

00:24:47: Irgendwas mit Atem oder was machst du selber für dich als Psychohygiene?

00:24:54: Sagst du, noch einen langen Tag eher spazieren gehen?

00:24:58: Oder wie bereitet es dich vor?

00:25:04: Die Klingelflug, dann habe ich es.

00:25:08: Das sag ich jetzt. Also pass auf. Willst du in so einen Marker setzen,

00:25:12: damit du erkennst, wo du wieder loslegen kannst?

00:25:15: Nein, ich glaube, du kannst einfach quick beginnen, das schaffe ich dann schon

00:25:18: irgendwie. Also ich habe jetzt gar nicht so das eine Tool.

00:25:25: Gut tut natürlich, das werden die meisten eh auch so machen,

00:25:28: sich selbst im Blick zu haben, sich selbst zu spüren, auch wenn es gerade so

00:25:32: wichtig ist und zu berühren, was da gegenüber abgeht.

00:25:37: Und dazu sich natürlich gut zu kennen, sich immer wieder auf sich einzutunen

00:25:41: und zu wissen, wie relevant das auch für die Begleitung ist,

00:25:45: für die Ressource, die ich da mit reingebe.

00:25:48: Und da merke ich zum Beispiel immer wieder, wie geerdet bin ich eigentlich gerade.

00:25:53: Oh, nicht so sehr. Meine Energie steigt schon wieder so ein bisschen nach oben, die Anspannung.

00:25:58: Und mich dann einfach ganz bewusst zu erden, also einfach den unteren Körper

00:26:01: nochmal ein Stückchen schwerer werden zu lassen.

00:26:04: Zu merken, jo, die Erde trägt. Das können ja wie so kleine Mini-Momente sein.

00:26:10: Das Nervensystem entspannt sich ein Stück weit und dann hat man gleich wieder

00:26:14: einen anderen Blick oder eine andere Ressource zum Begleiten.

00:26:19: Das könnte vielleicht sowas sein, was ich gerne mache.

00:26:23: Und ja, ansonsten freundlich, wenn ich jetzt an so Momente denke,

00:26:28: wo ich nicht so ganz genau weiß, wie kriege ich das hier jetzt in den Flow und

00:26:34: auch so dieser Anspruch.

00:26:36: Ja, ich muss jetzt diesen Prozess in den Flow bringen. Also wenn ich dann merke,

00:26:39: ja, da entsteht so ein Stress.

00:26:41: Erdung, aber auch dann einfach freundlich mit mir sein und gucken,

00:26:45: wo ist das Interesse, wo ist denn die Energie, wo ist denn das,

00:26:48: was berührt und was es spannend macht und aus einem liebevollen Interesse heraus weiter forschen,

00:26:55: mehr das als jetzt irgendwie den theoretischen Überbau so gut im Blick zu haben,

00:27:00: dass ich daher die richtige Intervention finde.

00:27:03: Ja, genau. Ach, und ansonsten einfach auch mal Dinge tun, die gut tun und mit

00:27:09: Musik nach Hause fahren und natürlich einfach ein bisschen der Stimmung hingeben, die gerade passt.

00:27:15: Und ja, Musik hilft da auf jeden Fall mir sehr gut.

00:27:19: Ja, dankeschön. Das ist dann eh so auch diese kultivierte Unwissenheit.

00:27:22: Man sagt, welche Intervention, was könnte ich in den Flow dann irgendwie,

00:27:27: ich zeige einfach weiter Interesse, was gerade da ist und so unwissend nachfragen,

00:27:33: dass man da einfach wieder entspannt dann reinkommt.

00:27:36: Genau, das kenne ich auch ganz gut so. Am Anfang auch so, was habe ich gelernt, die Methode?

00:27:43: Und dann ist ja die Verbindung auch schon weg, weil ich auch bei mir bin.

00:27:48: Und die Person gegenüber dann gar nicht mehr mitkriegt.

00:27:51: Und genau, da ist es wichtig, liebevoll zu sich selber sein und einfach dem Prozess vertrauen.

00:27:59: Ja, und das ermöglicht dann ja auch wieder so ein bisschen Humor,

00:28:02: wenn man so drauf gucken kann und sagt, puh, weiß ich es auch nicht,

00:28:06: gut, ich erde mich mal und jetzt gucke ich mal einfach so freundlich drauf, was mich interessiert.

00:28:10: Und dann merke ich, mir kommt gleich so ein bisschen Humor voller Blick.

00:28:13: Das ist ja immer ganz hilfreich.

00:28:16: Das stimmt, ja.

00:28:18: Ja, vielen Dank für die guten Antworten, das Gespräch.

00:28:25: Aber am Schluss habe ich ja noch ganz tolle sieben Blitzlichtfragen.

00:28:30: Ich bin gespannt. Genau, die gefallen mir immer mehr, wie die das Hören dann.

00:28:36: Wie gesagt, einfach spontan antworten, so gut es heute geht. Ich erde mich nochmal.

00:28:42: Genau, erden ist immer gut.

00:28:44: Ja, dann frage ich dich gleich die erste Frage. Ja, Katrin, wenn du ein Post-it

00:28:51: wärst, welcher Satz würde draufstehen, damit man dich sofort richtig einordnet?

00:28:59: Ich glaube, das müssen andere beantworten, oder?

00:29:04: Du meinst von den Eigenschaften, genau, die stecken dich in eine Schublade rein, aber...

00:29:11: Oh, ja, so...

00:29:16: Ja, keine Ahnung, weiß ich nicht, vielleicht...

00:29:20: Kommt ja noch. Vielleicht sowas wie, leg dich bloß nicht zu sehr fest. Ah, okay.

00:29:26: Und wenn du jetzt mal so eine Gestaltstunde mit deiner berühmten Persönlichkeit

00:29:30: leiten dürftest, egal ob die noch lebt oder schon tot ist, wer wäre es und warum?

00:29:38: Ja, vielleicht muss nicht unbedingt eine Gestaltstunde sein,

00:29:44: aber so ein Gespräch mit Deep Talk oder wie auch immer. Kann auch eine Tee-Runde sein.

00:29:50: Ja, genau, Tee, Kakao-Runde sehr gerne. Muss ich sagen, fände ich richtig spannend

00:29:56: mit so bestimmten Satirikern momentan, die immer noch mutig sind,

00:30:02: alles zu sagen, was ihnen wichtig ist,

00:30:05: Humor damit dabei haben und ich hätte nicht so eine breite Brust,

00:30:10: mich hinzustellen und mir so viel Gegenwind einzuladen.

00:30:15: Und das finde ich bewundernswert gleichzeitig. Das berührt mich auch,

00:30:18: wenn jemand da so einfach für sein Ding einsteht.

00:30:22: Unabhängig davon, ob ich jetzt alle Heilungen genauso auch vertrete,

00:30:27: aber da zu verstehen, was sie so bewegt, sich dahin zu stellen und wie sie mit

00:30:34: dem umgehen, dass es vielleicht nicht immer einfach ist und,

00:30:38: wie diese Kraft genau aussieht, die sie dahin treibt. Das finde ich ganz inspirierend.

00:30:44: Und vielleicht hast du es jetzt beantwortet mit dem Tool, was du gerade erzählt

00:30:47: hast, aber was ist denn der Trick, um nach einem Seminartag mit über 20 intensiven

00:30:51: Menschen wieder runterzukommen?

00:30:53: Oder muss dann gar nicht runterkommen?

00:30:56: Das ist schön, dass bei der Ausbildungsgruppe macht ihr ja ganz oft so wunderschöne

00:31:02: Sachen wie Musikabende.

00:31:03: Das ist immer ganz toll, wenn ich mich da zurücklehnen kann und zuhören und

00:31:08: einfach im Kreis mit euch und mit schönen Klängen.

00:31:12: Genau. Und sonst würde ich sagen, das Übliche, ein bisschen spazieren gehen,

00:31:16: einfach was ganz anderes machen, ein Buch lesen oder mit jemandem quatschen,

00:31:21: der keine Ahnung von Psychologie hat oder solche Dinge.

00:31:26: Genau, dann bleiben wir gleich bei der Gestalttherapie-Gruppe.

00:31:28: Wenn deine jetzige Gestalttherapie-Ausbildungsgruppe ein Tier wäre,

00:31:32: welches wäre sie und warum?

00:31:34: Und nein, so zählt nicht.

00:31:37: Das ist schade.

00:31:41: Ja, dann nehme ich da so einen Drachen mit mehreren Köpfen, mehreren Farben,

00:31:53: und ja, so mit viel Feuer und Flugkunst und so weiter. Also es gibt einfach so viel Bewegung.

00:32:00: Es gibt ja so viel Veränderung. Es ist so vielfältig, was diese ganzen menschlichen

00:32:06: Facetten, die da so deutlich werden und lebendig werden, wenn die so zusammengetragen werden.

00:32:10: Deswegen, so ein Drachen mit vielen Schildern und Schuppen kommt diesen Facetten

00:32:14: da vielleicht schon ganz nah.

00:32:16: Und manchmal kann der auch zaubern. Das ist ja manchmal ganz zauberhaft.

00:32:20: Sagen, wie ich mir mit dem drachen will. Sehr schön.

00:32:24: Gibt es auch eine Metapher oder ein Bild, das deine Arbeit am besten beschreibt? Zum Beispiel,

00:32:33: Zirkusdirektorin, Seildänzerin, Gärtnerin. Wie würdest du deine Arbeit so als Metapher beschreiben?

00:32:42: Na, ich gucke einfach jetzt von dir ab und nehme die Gärtnerin.

00:32:47: Ich glaube, das ergibt Sinn. Immer wieder Boden bereiten und vielleicht auch

00:32:53: mal helfen, Samenkorn zu setzen, was es ja aber irgendwo gibt und dann Bedingungen

00:32:59: zu schaffen, damit es wachsen kann.

00:33:01: Und immer so diese Dualität von etwas hineingeben, etwas pflegen, eine Intention haben.

00:33:09: Das braucht es an Rahmen einerseits und andererseits, da darf was wachsen.

00:33:14: Da gibt es sowieso schon vor diesem Kern dieses Samenkorn, wo die Antworten

00:33:18: drin sind und wir können uns dann freuen wenn es wächst und Früchte trägt und rüster wird.

00:33:24: Genau, und man braucht verschiedene Werkzeuge, die du auch hast,

00:33:28: für den Boden aufbereiten und so. Genau, genau.

00:33:33: Und hast du vielleicht ein geheimes Ritual, bevor ein Seminar beginnt?

00:33:37: Also nicht, ein Kaffee vielleicht als Ritual oder eine Artenübung oder vielleicht

00:33:42: einen kurzen Dialog mit Drucker, wenn er nicht funktioniert?

00:33:44: Oder gibt es irgendwelche Rituale, wo du es hast?

00:33:50: Ja, doch, bevor das Seminar beginnt, setze ich mich gerne einmal in den Seminarraum

00:33:54: und stimme mich ein einfach auf dieses Jetzt-Hier-Sein,

00:33:59: wobei das auch so klar ist, finde ich, wenn man da in so einem abgrenzten Bereich

00:34:04: ist, dass es dann nur um dieses Seminar geht.

00:34:07: Und de facto mache ich es ehrlich gesagt nicht immer, aber schön finde ich die

00:34:13: Idee und manchmal tue ich es auch wie so eine Intention zu setzen.

00:34:16: Was will ich hier erleben?

00:34:18: Welche Qualität lade ich ein? So was vielleicht.

00:34:22: Das kenne ich auch von Heldenreisen so einfach alleine im Raum zu sitzen,

00:34:27: meistens im Sesselkreis, also in dem Kreis auch und auch so,

00:34:32: okay, was ist das Motto für mich für die Woche oder so, finde ich immer ganz

00:34:36: gut, da irgendwas zu haben. Mache ich aber auch nicht immer.

00:34:39: Oft ist es auch vom Team her, dass sie sagen, hey, was, jetzt nehmen wir uns

00:34:42: irgendwie was vor und sind wir ganz, ganz nett, das so zu machen.

00:34:47: Das wäre eigentlich schön, das gemeinsam zu machen und sich am Ende vielleicht

00:34:51: nochmal daran zu erinnern und zu gucken, wie war es denn damit? Genau.

00:34:56: Ja, dann habe ich schon die letzte Frage zum Schluss. Wenn du die Gestalt aber

00:35:01: in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das? Vielen Dank.

00:35:06: Ehrlich, überraschend und jetzt war eigentlich zwischen heilsam und lebendig.

00:35:15: Also heilsam, lebendig. Heilsam, lebendig. Na schau, hast du es mit drei Kombinierten geschafft.

00:35:23: Vielen lieben Dank, Katrin, für das tolle Gespräch und schön,

00:35:30: dass du da warst. Danke dir. Hat mir Spaß gemacht.

00:35:35: Vielen Dank fürs Zuhören. Wenn du meinen Podcast unterstützen möchtest,

00:35:39: freue ich mich auf eine Fünf-Sterne-Bewertung.

00:35:41: Solltest du es jetzt noch nicht getan haben, dann drücke jetzt auf Abonnieren.

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